Das Heimatmuseum

Am Rande des historischen Ortskerns, der mit seinen zahlreichen wunderschön restaurierten Fachwerkhäusern aus der Zeit zwischen 1600 und 1800 zu einem mittelalterlich inspirierten Stadtbummel einlädt, erhebt sich das 1848/49 errichtete Schulhaus. 

Heute beherbergt es das Heimatmuseum der Gemeinde Herrstein mit seiner Sammlung zur Ortsgeschichte. So informiert die Ausstellung im Untergeschoss über die Geologie und die Ur- und Frühgeschichte im Herrsteiner Raum.

Hier ist auch das frühere Backhaus untergebracht, das noch voll funktionsfähig ist. Bis in die fünfziger Jahre dieses Jahrhunderts haben die Dorfbewohner hier noch ihr eigenes Brot gebacken. Die Reihenfolge der verschiedenen Familien wurde mit dem Los ermittelt und verbindlich festgelegt.

Während in den umliegenden Gemeinden einzelne Bauernhöfe in aller Regel ihr jeweils eigenes Backhaus besaßen, weicht diese kommunale Variante der gemeinsamen Backstube vom Landesüblichen ab. Der Grund dafür lag in der räumlichen Enge des Ortskerns und der dadurch vorhandenen erhöhten Brandgefahr.

Heute ist das alte Backhaus, von den Dorfbewohnern liebevoll "Backes" genannt, in einem voll funktionsfähigen Zustand und mit sämtlichen zu seinem Betrieb erforderlichen Gerätschaften dem Museum angegliedert. Alljährlich zum Martinimarkt Anfang November wird es wieder in Betrieb genommen. 

Die Schamottsteine werden mit einem kräftigen Reisigfeuer aufgeheizt und anschließend wird auf traditionelle Art und Weise aus Sauerteig das "Original Hunsrücker Bauernbrot" gebacken.

In den anderen Räumen der "alten französischen Schule" drängt sich in Gestalt originaler Ausstellungsstücke, Fotos, Karten und Urkunden die Herrsteiner Geschichte auf knappen Raum. Die Sammlung ermöglicht einen recht klaren Überblick der historischen Entwicklung des alten Amtsortes.

Der größte Raum des kleinen Museums dient der anschaulichen Wiedergabe von vielen Einzelheiten des privaten und gewerblichen Lebens der Vergangenheit. Neben vielen Ausstellungsstücken aus dem häuslichen und dem landwirtschaftlichen Bereich, die manch Typisches aus der Hunsrückregion wiederspiegeln, sind es vor allem die verschiedenen Handwerksberufe, deren Werkzeuge, Materialien und Anwendungs- bzw. Verarbeitungsweisen hier gesammelt und dargestellt worden sind. Dargestellt werden in kleinen Nischen die Berufe aus dem Bauwesen, die Schmiede und die Schuhmacher. Wichtig waren früher in Herrstein auch die Textilverarbeitung (Weberei) und die Herstellung von Leder (Gerberei). Auch die Bierbrauer waren einst ein erheblicher Faktor im örtlichen Wirtschaftsleben; heute gibt es hier keine einzige Brauerei mehr. Desgleichen erinnern nur noch die musealen Objekte daran, dass Seiler, Tabakspinner und Pfeiffenrohrdreher in Herrstein tätig gewesen sind.

Das Heimatmuseum ist ab Mai bis November  Sonntags von 14.00 - 17.00 Uhr sowie im Rahmen von Führungen durch den Historischen Ortskern zu besichtigen.